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Wildwasserkanal Hüningen – l’eau … la vie … un parc’

An jenem Samstag sollte es also so weit sein: das erste Mal Paddeln im Wildwasser. Der Wildwasserkanal Hüningen steht auf dem Programm. Es ist ein kalter, nebliger Morgen, als wir auf dem noch leeren Parkplatz eintreffen. Da wir etwas früh dran sind, ist auch die Timonerie noch geschlossen, und wir schlendern etwas schlaftrunken in Richtung Kanal. Schlaftrunken? Müdigkeit? Die ist beim Blick auf den Wildwasserkanal ganz schnell verschwunden. Stattdessen kriecht die morgendliche Kälte immer weiter in meine Glieder und verwandelt sich in eine Art inneres Unbehagen. Hier soll ich also paddeln? Nach einer eingehenden Analyse aller mehr oder weniger schwierigen Passagen lautet die Antwort auf all meine Fragen: einfach hinterher paddeln. Nun gut, mal sehen.

Zurück am Parkplatz ist die ursprüngliche Leere einem hektischen Treiben der ankommenden Paddler gewichen. Endlich startbereit und auf dem Wasser, höre ich noch ein letztes Mal undeutlich von meinem Vordermann: »…mir einfach hinterher paddeln!«. Noch ein letzter kritischer Blick auf meine Spritzdecke: Ist sie richtig zu und – viel wichtiger – geht sie auch leicht wieder auf? Die Strömung treibt mich aus dem großen Einsatzbecken in Richtung Eingangswelle. Noch ein letztesmal durchatmen, soweit das in meinem geliehenen Neoprenanzug eben möglich ist. Die vielen Zuschauer über mir auf der Brücke nehme ich nur am Rande wahr. Die erste große Welle – geschafft; eine kleine Walze danach – einfach hinterher paddeln... Nun ja, ich habe es jedenfalls versucht. Wenigstens ging die Spritzdecke unter Wasser leicht auf.

Die Anlage

Meine ersten Eindrücke vom Paddeln im Wildwasser liegen Jahre zurück, Erinnerungen an das erste Mal auf dem Wildwasserkanal in Hüningen.  An der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich nahe dem schweizerischen Basel liegt am Rhein die französische Stadt Huningue (deutsch: Hüningen). Seit 1993 ist der Wildwasserpark der Hauptanziehungspunkt der Stadt, wo täglich Paddler aller Könnensstufen Spaß und Herausforderung finden – sei es zum Warmpaddeln auf dem Weg in die Schweiz oder nach Frankreich, zum Üben der neuesten und angesagtesten Moves auf der Welle oder gar, um die ersten Erfahrungen im Umgang mit dem Wildwasser zu sammeln.

Auf 350 Metern Länge windet sich der künstlich angelegte Wildwasserkanal durch eine Landschaft mit Stadtpark-Flair. Vor allem an sonnigen Wochenenden lädt die Anlage zum Verweilen ein; Spiel- und Picknickplätze, eine Kletterwand, eine Halfpipe, ein Trimm-dich-Pfad und Radwege locken viele Zuschauer an die grünen Ufer.

Die kleinen Flussinseln, Zweigungen, Verengungen und Brücken geben der Flussanlage einen natürlichen Charakter. Der Hüninger Kanal bietet Wildwasser der Schwierigkeitsgrade I – III und ist in drei Teilstrecken unterteilt, wobei die Schwierigkeit vom Anfang zum Ende hin abnimmt. Als erste Anlaufstelle der Gesamtanlage dient die so genannte Timonerie, der in ihrer Funktion als Empfangs-, Kassen- und Informationsgebäude auch ein Aufenthaltsraum mit Cafeteria für Paddler und Besucher angegliedert ist. Besonders komfortabel sind die integrierten Umkleide- und Sanitärräume mit warmen Duschen und Schließfächern, die jedem Paddler zur Verfügung stehen.

Ausgerüstet mit einer Startnummer, kann es dann auch gleich losgehen. Das große Eingangsbecken mit Bootsrutsche und Einsatzstelle bietet sich bestens an zum Warmpaddeln, bevor unter der kleinen Fußgänger- und Zuschauerbrücke die eigentliche Wildwasserstrecke beginnt.

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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in der Ausgabe 03/2009 des kajak-Magazins.

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