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Frankreich pur!

Wildwasserspaß auf Dranse, Fier und Chéran

Südlich des Genfersees, auf einer gedachten Linie zwischen den Städten Annecy und Évian-les-Bains, reihen sich Wildwasserperlen aneinander, die vor allem bei französischen Paddlern sehr beliebt, sonst aber eher erstaunlich unbekannt sind. Vor allem im Frühjahr, wenn die Schneeschmelze einsetzt, bieten Dranse, Fier und Chéran Wildwassergenuss pur.

Aber auch ausführliche Tiefdruckgebiete und an der Dranse zusätzlich der Ablass des Kraftwerks sorgen oft für erfreuliche Pegelstände. Für Lorenz Eberle Grund genug, sich hier einmal umzusehen.

Text/Bilder: Lorenz Eberle

Unsanftes Wecken

Ein lautes, knatterndes Motorengeräusch reißt uns aus dem Schlaf. Erschrocken schnellen wir hoch, schauen auf die Uhr und sinken erleichtert in unsere Schlafsäcke zurück. Es ist erst 7 Uhr, unsere Mitpaddler erwarten wir gegen 10 Uhr.

Wir haben am Treffpunkt übernachtet. Unser eigentlicher Schlafplatz an der Raftbasis an der Dranse wurde uns erst durch einen unfreundlich knurrenden und bellenden Wachhund und dann auch durch dessen Besitzer verweigert. Obwohl diese sichtbar auch Paddler sind, zeigen sie keine Nachsicht bezüglich unseres Anliegens nach einem ruhigen Stellplatz für die Nacht. Um zwei Uhr nachts war der Elan, nach einem anderen, optimalen Platz zu suchen, nicht sehr groß. Die Lust, möglichst schnell zu schlafen, überwog und so waren wir schnell mit einem Alternativplatz, fast direkt an der Straße, zufrieden.

Mit aufgehender Sonne bewies uns diese Alternative, dass sie auch deutlich hörbare Nachteile hat. Zwar steht unser Nachtlager zwischen Fluss und Straße, aber das Rauschen der Dranse hat gegen den in seiner Frequenz deutlich zunehmenden Lärm der Motorräder keine Chance. Das Tal der Dranse scheint ein Eldorado für Motorradfahrer zu sein. Kurz nach 8 Uhr geben wir auf. An Ruhe und Schlaf ist nicht mehr zu denken. Zum Glück verheißt die Sonne, die langsam über die Berge klettert, einen sonnigen Tag und ein Blick von der nahen Brücke beweist, dass auch das Flussbett ordentlich gefüllt ist. Einem perfekten ersten Paddeltag steht also nichts mehr im Weg.

Fehlen also nur noch unsere Mitpaddler. Wir sind hier mit den Naturfreunden aus Lörrach verabredet. Bevor die aber eintreffen, wollen wir im nahe gelegenen Thonon-les-Bains zum Bäcker und uns mit einem leckeren, französischen Frühstück für die etwas kurze Nacht entschädigen. Auch dieser Plan geht auf. Wir kaufen bei einer freundlichen Verkäuferin reichlich Backwerk ein und zahlen, etwas ungewohnt, per Automaten. Welchen Zweck die moderne Technik an dieser Stelle erfüllt, erschließt sich uns nicht.

Wenig später sitzen wir am Fluss und genießen unser Frühstück. Wir bemühen uns, den Lärm der nahen Straße zu überhören. Die stetig anwachsende Zahl an vorbei fahrenden Motorrädern macht uns das nicht leicht. Wenig später rollt ein dunkelblauer VW Bus mit Kajaks auf den Dach auf den Parkplatz. Die ersten Mitpaddler sind da. Auch die beiden Ankömmlinge widmen sich erst einmal der Stärkung durch ein Frühstück. Wir sind inzwischen satt und genießen die zunehmende Kraft der Sonne.

Der Lärm der Straße nimmt nicht ab, im Gegenteil, aber man gewöhnt sich an vieles. Nach und nach treffen auch die anderen am Treffpunkt ein. Ein Stau hat sie fast eine Stunde lang auf gehalten. Aus diesem Blickwinkel betrachtet haben wir, trotz der Ruhestörung am Morgen, mit unserer nächtlichen Anfahrt das bessere Los gezogen. Die Begrüßung fällt recht kurz auf. Der Parkplatz liegt in der prallen Sonne und so haben wir Wartenden, aber auch die eben erst Angekommenen nur ein Ziel: Endlich aufs Wasser kommen und paddeln können. Schnell sind die Kajaks verteilt und wir starten zum Einstieg.

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Ausgabe 06/2016.

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