Kanutrail Bodensee
Eine viertägige Paddeltour im Alpenvorland
Der Bodensee bietet in vielerlei Hinsicht eine ausgezeichnete Infrastruktur – ganz gleich, ob man dabei einen größeren Anspruch an das kulturelle oder das sportliche Angebot legt. Hans Georg Allgöwer hat bei seiner Tour sein Hauptaugenmerk auf die für Kanusportler relevante Dinge gerichtet und dabei die Reize des Bodensees kennengelernt.
Der Bodensee ist mit einer Fläche von 571 Quadratkilometern und einer Uferlänge von 263 Kilometern ein gigantisches Paddelrevier. Seine größte Tiefe mit 254 Metern liegt zwischen Fischbach und Uttwill. Die breiteste Stelle findet man zwischen Friedrichshafen und Arbon. Die größte Distanz mit 63 Kilometern liegt zwischen Ludwigshafen und Bregenz.
Den Bodensee kann man in drei Teile aufteilen: den östlichen, den mittleren den westlichen Bodensee. Durch seine zahlreichen Inselwelten ist der westliche Bodensee in verschiedene Seeteile aufgeteilt. So trennt die Halbinsel Bodanrück den Überlinger See vom Untersee. Die Insel Reichenau wiederum trennt den Untersee vom Gnadensee bei Allensbach. Bei Radolfzell bildet die Halbinsel Mettnau die Trennung zwischen dem Zeller See und den Markelfinger Winkel. Vorgelagert zur Mettnau gibt es dann noch die kleinste Bodenseeinsel, die Liebesinsel. Die Halbinsel Höri bringt den Paddler dann zum Hochrhein.In diesem Beitrag möchte ich einen viertägigen Kanutrail am westlichen Bodensee vorstellen, der einem die Schönheit der Kulturlandschaft Bodensee nahe bringt. Mit Zelt, Sack und Pack macht man sich auf zu einer ganz besonderen Reise mit dem Canadier oder Kajak – ein Trail, der sowohl für den ungeübten als auch den fortgeschrittenen Paddler geeignet ist. Alles, was man für diese Reise braucht, ist Zeit, ein Boot und eine gute Ausrüstung.

Die Halbinsel Bodanrück ist Namensgeber für den gesamten See: Aus dem Bodansee wurde im Laufe der Zeit der Bodensee. Genau dort beginnt der Trail; man startet in Bodman-Ludwigshafen. Es gibt viel zu erkunden und zu sehen. Bodman-Ludwigshafen ist eine malerische Doppelgemeinde am Fuße des Bodanrücks, die heute vom Tourismus und der Landwirtschaft lebt. Eine Besonderheit sind z.B. Führungen durch die Plantagen, Produktionsanlagen, Brennereien und Winzereien. Natürlich ist auch eine Verkostung mit Obst- und Edelbränden sowie dem herrlichen Burgunderwein möglich. Die Gastronomie hat hier einiges zu bieten.
Auf gar keinen Fall sollte man die Relief-Skulptur von Peter Lenk mit dem Titel »Ludwigs Erbe« vor der Touristen-Info Ludwigshafen auslassen. Peter Lenk ist ein nicht ganz unumstrittener Künstler am Bodensee. Sein wohl bekanntestes Werk dürfte die »Imperia « sein, die die Hafeneinfahrt von Konstanz ziert.
Damit man einen fantastischen Überblick über den Überlinger See erhält, sollte man sich noch zu einer Wanderung verführen lassen. Man braucht dafür schon etwas Kondition und etwa 2,5 Stunden Zeit. Ein gut ausgeschilderter Wanderweg führt zum Kloster Frauenberg und weiter zur Ruine Altbodman, die im Dreißigjährigen Krieg leider geschliffen (Beseitigung durch Abtragen, Einebnen oder Niederreißen) wurde. Von dort aus kann man einen überwältigenden Blick über den See genießen. Wer will, kann vor dem steilen Abstieg nach Bodman während der Saison in der Bison-Stube einkehren.
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Sicherheitshinweise

Starkwindwarnung besteht, wenn das orangefarbene Blinklicht ungefähr 40 Mal in der Minute aufleuchtet. Paddler müssen in diesem Fall mit dem Aufkommen von Windböen mit Geschwindigkeiten zwischen ca. 50 und 65 km/h (25 und 33 Knoten) bzw. 6 bis 8 Windstärken rechnen.
Sturmwarnung besteht, wenn das orangefarbene Blinklicht ungefähr 90 Mal in der Minute aufleuchtet. Paddler müssen in diesem Fall mit dem Aufkommen von Windböen mit Geschwindigkeiten über 65 km/h (34 Knoten) bzw. 8 Windstärken rechnen.
Jeder Paddler ist bei beiden Warnarten im Rahmen der allgemeinen Sorgfaltspflicht angehalten, alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen zu treffen, Ufernähe aufzusuchen und gegebenenfalls anzulanden.
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Einen ausführlichen Bericht und weitere Tourenvorschläge lesen Sie in den Ausgaben 03/2009 des kajak-Magazins.
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